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Produktion 1998: Schatz i bi doo

Presseberichte

 

Montag 16. März 1998
 

Vom Seifenhändler zum Hausmann

Jack Popplewells Fünfakter «Schatz i bi doo» feierte am Samstagabend im ausverkauften Lorzensaal Premiere. Ein erfolgreicher Auftakt gelang der Volksbühne Cham. Spieler und Regie sorgten für gute Leistungen. Das sind die Merkmale der Inszenierung, der fünf weitere Aufführungen folgen werden.

Kurz nach 20 Uhr ging das Licht im Lorzensaal aus. Christian Achleitner, beim Theaterprojekt vorwiegend im Hintergrund tätig, begrüsst das Publikum und erwähnt, dass auf diese Stunde seit September intensiv hingearbeitet worden sei. Ein Engagement, das Leidenschaft für die Bühne und die Bereitschaft, viel Freizeit zu investieren, voraussetzt. Bei den Vorstellungen ist er im Hintergrund, bei der Probenarbeit bleibt die wichtigste Person der Regisseur. Hans Ziltener arbeitete mit der Theatercrew, Walter Lässer unterstützte ihn. Von Zilteners professionellen Theatererfahrungen profitierten Spieler und Spielerinnen.

Einige Bühnenneulinge

Bei dieser Inszenierung sind einige zum ersten Mal auf der Bühne gestanden. In keiner Phase war jedoch nur eine leise Andeutung von Unerfahrenheit sicht- oder spürbar. Zugegeben: Die beiden 18jährigen, Rony Gadient als Robi Harzenmoser und Simon Weimer als Rodney Billingham, neu in der Gruppe, sind begabte Spieler, die, so bleibt zu hoffen, der Volksbühne, noch lange zur Verfügung stehen werden.
Die dynamische Gestaltung ist bei der vierten Ziltener Inszenierung ein augenfälliges Merkmal. Kein unbeholfenes Herumstehen auf der Bühne. Auch bei verhältnismässig langen Monologen und Dialogen am Anfang kommt das Spiel dank intensiven Bewegungen und dramaturgischen Höhepunkten schnell in Fahrt.

Einen Hausmann aufs Korn

«Schatz i bi doo», hinter diesem Titel wird ein Schwank erwartet. Ist es aber nicht. Der englische Autor Jack Popplewell schrieb das Stück, englischer Humor durchzieht die Komödie. Köstlich die Szenen, wo Frieda Frisch (Trudy Lang), der Haushaltarbeit müde geworden, ihrem Unmut freien Lauf lässt und ihren Gatten Rupert (Harry Sturzenegger) darauf anspricht. Die Bemühungen, ihn für einen Berufswechsel vom ohne Erfolg agierenden Seifenhändler zum Einsatz als Hausmann zu bewegen, enden erfolgreich. Frieda kehrt ins Berufsleben zurück.

Rupert versucht sich in haushaltlichen Aufgaben. Ohne Interesse, aber pflichtbewusst. Mit den Nachbarinnen Eva Kühn (Yvonne Greter) und Livia (Annie Simon) und dem Putzinstitutangestellten Robi Harzenmoser (Rony Gadient) begegnet er Menschen, die mit Problemen kämpfen, die seinen ähnlich sind. Nach längerem Auslandaufenthalt kehrt Frischs Tochter Gerda (Alice Sidler) zur Familie zurück, nicht alleine. Neuer Zündstoff für die ohnehin explosive Lage, als ihr später auch Freund Rodney folgt. Das Ende der Geschichte, bei der Frauen und Männer in eigenen Interessen das Heil suchen: Ein Haushalt ohne Frau ist fast undenkbar.

In Nebenrollen spielen Karl Köpfli als Benny Hoch, Geschäftspartner von Frieda Frisch, und Beatrice Kälin-Hophan als Ehefrau von Robi Harzenmoser.

Schauspielerische Schwerarbeit leistet in diesem Stück zweifellos Harry Sturzenegger. Die Rolle des Rupert Frisch hält ihn auf Trab. Über fünf Akte setzt er den unzufriedenen, manchmal streitsüchtigen, oft in cholerische Grübelei verfallenen und hin und wieder sanften Frisch sehr glaubhaft um.

Eine sehr gute Aufführung, die der Volksbühne Cham mit der jüngsten Inszenierung gelungen ist.

 

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