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Produktion 1996: Ghürote sött me sy

Presseberichte

 

Montag 11. März 1996

Anspruchsvolles Stück gut umgesetzt

Die Volksbühne Cham hat sich die Messlatte für ihre neuste Inszenierung recht hoch gelegt. «Ghürate sött me sy», eine gesellschaftskritische Komödie mit viel verstecktem, aber auch vordergründigem Humor, verlangt der Regie und dem Ensemble einiges ab. Die Volksbühne Cham hat die nicht leichte Aufgabe in allen Teilen bestens gemeistert.

von Cäsar Rossi

Der Engländer John Boynton Priestley 1894 bis 1984) gilt als ein stark sozialkritischer Stückeschreiber, als glänzender Schilderer eines nittelständisch-bürgerlichen Lebens. Seine Stiltechnik, mit geschickt angebrachten überraschenden Einfällen, die er in all seinen Stücken von scharf profilierten Charakteren (Schauspielern) in recht lebhaften Dialogen entwickeln lässt, verblüfft.
Allerdings, diese Charaktere und die geschliffene Sprache des Autors verlieren durch die Umsetzung in unsere heimatlichen, teilweise breiten Dialekte viel von der für englische Komödien typischen hintergründigen Schärfe. In der Inszenierung der Volksbühne Cham ist diese Einschränkung, dank des recht lebhaften und engagierten Spiels der einzelnen Protagonisten und einer geschickten Regieführung aber nur sekundär und für das breite Publikum wohl kaum spürbar.

Gut gelungene Inszenierung


Und noch eines: Beim Öffnen des Vorhangs wird dem Publikum ein sehr schönes und stilgerecht möbliertes Bühnenbild präsentiert, das einem das mittelständisch-kleinbürgerliche Milieu auch visuell bestens vor Augen führt (Bühnenbild: Hans Knüsel und Karl Köpfl!). Im gleichen Atemzug muss auch die gepflegte und zeitgerechte Kostümierung des Ensembles - das Stück spielt um 1900 - lobend erwähnt werden (Kostümeria Sins).

Tolle Ensembleleistung

Seit letztem Oktober probten die 16 Schauspielerinnen und Schauspieler unter der Regieführung des Hünenbergers Hans Ziltener an der 15. Produktion der Volksbühne Cham. Viele Stunden engagierten sich die Damen und Herren auf und hinter der Bühne für diese Aufgabe, die zu einem respektablen Gemeinschaftswerk wuchs. Die spürbare Anerkennung durch das Publikum an der samstäglichen Premiere ist der verdiente Lohn.
Wir möchten hier angesichts der Grösse des Ensembles auf eine Einzelkritik der Darsteller verzichten, dürfen aber lobend festhalten, dass es der Regie gelungen ist, die bewährten, auf der Chamer Bühne bestbekannten und gern gesehenen Schauspielerinnen und Schauspielern mit den verschiedenen "Neueinsteigern" zu durchmischen, ohne dass ein Leistungsabfall zu registrieren ist. Die schauspielerischen Möglichkeiten aller Beteiligten wurden voll ausgeschöpft. Das Resultat ist eine äusserst bemerkenswerte und ausgeglichene Ensembleleistung mit verschiedenen hervorragenden Einzelleistungen.

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